Wir haben so viele Töne bewegt wie noch nie!

Unser Probenwochenende vom 4.-6.7.2014 im Haus Overbach in Jüchen

„Tschüss! Macht’s gut! Kommt gut nach Hause! Erholsame Ferien!“ Und ganz, ganz häufig hört man „Schön war’s!“ Mit solchen Zurufen verabschieden sich die Sängerinnen und Sänger von Good News – Gospels and More am Sonntagnachmittag voneinander. Und allen klingt das Fazit von Chorleiter Bert Schmitz noch im Ohr: „Wir haben an diesem Wochenende so viele Töne bewegt wie noch nie!“

 

Rückblick:

Deutschland steckt mitten im Fußball-Fieber. Unsere Nationalelf im Viertelfinale… große Hoffnungen auf den 4. Stern! Und doch – eine kleine Gruppe Menschen hat noch ein anderes Highlight in diesem Sommer vor sich. Das Good News-Probenwochen- ende. Einer der Höhepunkte des Chorjahres – da sind sich alle einig.

Am Freitag, dem 04.07.2014 ging es los. Unser Ziel in diesem Jahr: Haus Overbach in Jüchen. Die weitläufige Anlage mit Klosterkirche, Gymnasium, Musikschule und Gästehäusern liegt idyllisch inmitten von Wäldern und Wiesen, umgeben von einem Teich, der – man staune – sogar von Schildkröten bevölkert wird. Leider beherbergt er auch Unmengen von blutgierigen Stechmücken, wie wir kurz nach der Ankunft zu unserem Leidwesen feststellen mussten. Also Hochkonjunktur für Insektenschutzmittel und definitiv keine lauen Sommernächte unter freiem Himmel.

Aber natürlich bewegte auch die Sänger die Frage: Wo können wir Fußball schauen? Schließlich ging es um den Einzug ins Halbfinale, es galt Frankreich zu bezwingen. Das wollten dann doch viele live miterleben. Das gut ausgestattete Gästehaus ließ auch hier keine Wünsche offen – Gemeinschaftsraum mit Fernseher und der Kühlschrank gut gefüllt. Also erst das Fußballvergnügen und dann der Probenauftakt.

2 Stunden später, Deutschland zog ins Halbfinale ein – und wir in den Probenraum. Groß war er und mit Bühne und Flügel ausgestattet. Noch kurz nach Berts Wünschen umgestalten und schon konnte es losgehen. Nach dem Einsingen waren auch alle mental vom Fußball zum Singen umgestiegen und es konnte noch intensiv an den ersten Stücken gearbeitet werden. Und scheinbar gab es einen Moment, in dem wir alle ganz bei uns waren, den Text verinnerlicht hatten und so gefühlvoll sangen, dass dieser Klang Bert die Finger vom Flügel nehmen und voller Begeisterung von Gänsehaut sprechen ließ. Wow! Mit und in dieser guten Stimmung wurde es ein langer Abend mit viel Geklöne, Gelächter, Geschichten und immer wieder dem ein oder anderen Blick in Richtung Fernseher, wo verschiedene Mannschaften immer noch versuchten, das Runde in das Eckige zu bringen….

Wer nun glaubt, dass an einem Probenwochenende nach einem ausgiebigen Frühstück am Samstag sofort die Stimmbänder trainiert werden, der hat weit gefehlt. Bei Bert heißt Singen die Bereiche Stimme-Bewegung-Körper zu einer Einheit zusammenzufassen, auch und vor allem früh morgens am Probenwochenende. Also auf zu einer kleinen Laufrunde um den Innenhof, einige Lockerungs-, Dehn- und Atemübungen und erst dann wieder rein in den Probenraum. So körperlich wach ging es in die erste Probeneinheit des Tages, der noch 4 weitere folgen sollten. Mit den Schwerpunkten Stimmbildung, Rhythmus und Gehörbildung war die Arbeit an diversen Stücken für unser Konzert im Oktober aber nur zum Teil ausgefüllt.

Ein wichtiges Thema, das wahrscheinlich jeden Chor umtreibt, ist die „Bühnenpräsenz“. So wurde es auch für uns zu einem weiteren Schwerpunkt am diesjährigen Chorwochenende. Und der Übungsraum bot alle Möglichkeiten zum Experimentieren: Schließlich gab es eine große Bühne, die es zu erobern galt. Also gruppenweise ab auf die Bühne und den anderen einen guten Auftritt zeigen. Komisch, wenn es plötzlich gar keine zweite Reihe gibt, in der man sich verstecken kann und jeder in der ersten Reihe im Rampenlicht steht. Nach anfänglichem Zögern, konstruktiver Kritik, aufmunternden Kommentaren und dem einen oder anderen Lacherfolg hatten sich alle in die ungewohnte Situation eingefunden und wir konnten mit diesem Übungssetting viele Aha-Erlebnisse erreichen und für uns wichtige Schlüsselpunkte mitnehmen.

Eigentlich sollte man meinen, dass sich die Sängerinnen und Sänger nach insgesamt neun Stunden Probe todmüde in die Zimmer zurückgezogen haben. Aber nein! Vielmehr wurden noch weitere zwei Stunden liebgewonnene Lieder, alte „Schätzchen“ und manch fast vergessenes Stück zum Besten gegeben. Und der größte Respekt muss hier Bert gezollt werden, der trotz des für ihn anstrengenden Tages mit der gleichen Freude und Elan in die Tasten des Flügels haute wie zu Beginn des Tages. Danke dafür!

Und anschließend durfte natürlich auch wieder dem Fußballfieber gefrönt und im Gemeinschaftsraum der Fernseher belagert werden.

Und schon war es Sonntag und nach einer abschließenden Probe fand das Chorwochenende seinen Ausklang. In der abschließenden Reflexionsrunde wurde von vielen das „Bühnenexperiment“ als zentrales Erlebnis beschrieben und insbesondere die tolle Gemeinschaft, das konstruktive Arbeiten und der Spaß betont. Dies alles hat einmal mehr dazu beigetragen, das Zusammengehörigkeitsgefühl des Chores zu stärken. Und Bert resümierte: „Wir haben so viele Töne bewegt wie noch nie!“

So ist es nicht verwunderlich, dass der Abschied schwer fällt und es etwas dauert bis alle in die Autos gestiegen und davon gefahren sind.

Schön zu wissen – und deshalb an dieser Stelle auch ein großes „Danke“ an die Organisatorin Tina -, dass das Chorwochenende 2015 wieder im Haus Overbach stattfinden wird.

von Kerstin Peters, Gesa Krauss, Michael Vitz